Thema: Paartherapie, Partnertherapie, Paarberatung, Partnerberatung
paartherapie

 
Die Paar Probleme
Zu zweit einsam

 
Wie sehr vermisst man doch das Gefühl wahrgenommen, ernst genommen zu werden. Der Partner/die Partnerin hat ja keine Ahnung was in einem vorgeht, und die Versuche, sich dem anderen verständlich zu machen, hat man schon lange aufgegeben. Es hat ja nichts genützt, man kommt sich dazu nicht mehr nahe genug.

Wo sind Nähe und Geborgenheit?

Nähe und Geborgenheit, das gab es doch einmal, aber wo sind sie hin? Sie haben sich unmerklich davongeschlichen im Laufe der Jahre. Ist es nur noch die Gewohnheit die uns zusammen hält? Würde man nicht am liebsten davonlaufen? Wieder mit einem Menschen zusammen sein, der einen ernst nimmt, Anteil nimmt, aufmerksam ist?

Aber man hat doch noch diese Liebe in sich. Sie ist doch noch da und die Vorstellung, sie aufzugeben, fühlt sich so bitter an.

Klar, man hat sich arrangiert, dafür ist man ja auch lange genug zusammen. Und die gelegentlichen Streitereien halten sich in alt bekannten Grenzen. Andere haben es noch schlechter getroffen oder sind ganz allein.

Man ist ja auch selbstbewusst genug geworden, um sein eigenes Leben zu leben und um nicht gefühlsmäßig so ganz vom anderen abhängig zu sein.
Der Traum war ja eigentlich gemeinsam durchs Leben zu gehen, gemeinsam älter werden, gemeinsam die täglichen Probleme lösen und die kleinen und großen Freuden genießen.
Soll man diese schöne Vorstellung wirklich ganz aufgeben oder lässt sich doch noch etwas ändern?


Ja, da lässt sich etwas ändern!

Denn die Sehnsüchte und Wünsche von Partnern sind selten so weit auseinander, wie der Einzelne denkt. Nur Missverständnisse und tief versteckte, negative Erwartungen haben in diese Situation geführt.

Die Entfremdung geschieht zwischen zwei Menschen in erster Linie, weil sie falsche Vorstellungen voneinander haben und nicht wegen fehlender Liebe. Wir glauben genau zu wissen wer und wie der andere ist und was er will. Aber das ist eigentlich immer ein Irrtum.

Das fängt ganz am Anfang der Beziehung an. Niemand kann unvoreingenommen auf einen anderen Menschen zugehen. Bevor wir uns kennen lernen, haben wir bereits ein Bild in uns, "wie Frauen und Männer bzw. Ehefrauen und Ehemänner sind". Das sind Bilder, die wir in Kindheit und Jugend erworben haben.
So sehen wir in unserer Partnerin bzw. unserem Partner zu einem guten Teil nicht ihn selbst, sondern unsere Bilder. Das heißt, wir interpretieren diese Vorstellungen in ihn hinein und glauben nun zu wissen, wie er ist und was er will.
Und dieses "Wissen" ist für uns so selbstverständlich, dass wir nicht auf die Idee kommen, es könnte falsch sein.

Die häufigsten Sätze in der Paarberatung sind sicher "das habe ich nie geahnt" oder "wie hätte ich das wissen können".


Die Brötchenhälftenproblematik

Es gibt die Geschichte von dem Ehepaar, das in 40 Jahren Ehe beim Frühstück die Brötchen immer so geteilt hat, dass sie die obere und er die untere Hälfte bekam, obwohl jeder gerne die andere Hälfte gehabt hätte.
Der Grund war einfach. Sie war der Meinung, er mag lieber die untere, und er dachte immer, sie mag lieber die obere Hälfte. Nach 40 Jahren stellten sie zufällig fest, dass es genau umgekehrt war. Sie hatte für ihn immer auf die bevorzugte untere Hälfte verzichtet und er für sie auf "seine" obere Hälfte.
Sie haben nicht schlecht gestaunt, wie hartnäckig so ein Missverständnis sein kann, haben viel gelacht darüber und von da an hatte jeder die Brötchenhälfte, die ihm eigentlich lieber war. Und keiner musste mehr für den anderen verzichten.

Diese "Brötchenhälftenproblematik" ist typisch für viele Probleme, die Paare miteinander haben.


Wir erfüllen Erwartungen die der Andere überhaupt nicht hat!

Jeder meint zu wissen, was der andere erwartet, und versucht diese vermeintlichen Erwartungen zu erfüllen. Dabei übt er Verzicht und nimmt Rücksichten, die der andere gar nicht erwartet oder auch überhaupt nicht will.

Diesen völlig überflüssigen Verzicht nehmen wir dem anderen aber im Grunde übel. Und daraus entsteht (bei beiden) das Gefühl eines Ungleichgewichtes: "Ich gebe so viel und bekomme so wenig zurück."

Ein lebendiges Beispiel ist auch folgendes: Ein(e) Partner(in) macht Karriere und natürlich bleibt das Familienleben dabei, mehr oder weniger, auf der Strecke. Aber all diese Anstrengungen macht er ja nicht für sich, sondern für den anderen, bei dem er davon ausgeht, dass ihm Sicherheit und Wohlstand doch so wichtig sind.
Der andere akzeptiert das, weil er wiederum überzeugt ist, dass diese Karriere für den Partner das Wichtigste ist. Im Grunde hätte er gerne etwas weniger "Sicherheit" und "Wohlstand", wenn der Partner dafür mehr Zeit für das gemeinsame Leben hätte.
Können Sie die "Brötchenhälftenproblematik" darin erkennen?


Keine Beziehung ist ohne Irrtümer

Es gibt kaum eine Beziehung, egal wie langjährig oder liebevoll sie ist, in der nicht grundlegende Irrtümer darüber, wie der andere ist bzw. was er will, vorhanden sind.
Diese Irrtümer können irgendwann zu so einer harmlosen Aufklärung wie bei der Brötchenhälftenproblematik führen, oft entsteht daraus aber die existenzielle Infragestellung der Beziehung.
Sie vermitteln den Partnern das Gefühl des "nicht-verstanden-werden", der Ignoranz der jeweiligen Bedürfnisse und des Egoismus des anderen.


Paarberatung und Einzelberatung

Manche Paare schaffen es durch intensive Gespräche selbst hinter diese zerstörerischen Irrtümer zu kommen.
Das setzt voraus, dass sich jeder mit sich selbst auseinander setzt, selbst für sich definiert, was ihm wirklich wichtig ist und das auch dem Partner vermittelt. Aber das ist schwerer, als es sich anhört, und hier sollte der Wert einer Paarberatung nicht unterschätzt werden.
Aber selbst wenn Ihr Partner/die Partnerin erst mal nicht mitzieht und kein Vertrauen in eine Paarberatung hat, so kann eine persönliche Beratung Ihnen helfen notwenige Veränderungen in Ihre Beziehung zu bringen.

Die vielen Jahre des gemeinsamen Erlebens, der gemeinsamen Entwicklung, sind zu wertvoll, um sie einfach wegzuwerfen oder sie zu ignorieren. Sie können im Gegenteil die Basis für ein neues Miteinander, ein neues Verständnis füreinander sein. Und dann kann man wieder erkennen, dass es sich doch gelohnt hat, diesen Weg zu gehen.

 
 


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